Die Zucker Falle

– Zucker –

Wenn wir in unseren Familien oder im Freundeskreis die Thematik eines zu hohen Zuckerkonsums ansprechen, bekommen wir häufig zu hören, dass der Körper doch ein bisschen Zucker braucht, um richtig zu arbeiten. Diese Aussage entspricht im Grunde der Wahrheit – allerdings muss man feststellen, von welchem Zucker die Rede ist.

Zu allererst muss man einmal sagen, dass im Grunde alle Kohlenhydrate aus Zucker bestehen. Zucker deshalb, weil sie in unserem Körper, egal aus welchen Teilen sie bestehen, in Glucose (Traubenzucker) umgewandelt werden. Glucose ist für unseren Körper das, was Benzin für jeden Motor ist. Es versorgt uns, und damit sind alle unsere Zellen gemeint, mit der nötigen Energie, die wir brauchen, um zu funktionieren und Leistung zu erbringen. Vor allem unser Gehirn ist auf die Glucose angewiesen. Ohne diesen Zucker funktioniert also gar nichts.

Glucose muss aber nicht in ihrer Reinform aufgenommen werden sondern kann, wie bereits erwähnt,  aus Kohlenhydraten gewonnen werden. Darüber hinaus kann der Körper sogar aus Eiweiß und in geringen Mengen auch aus Produkten des Fettabbaus, Glucose herstellen. Dieser Prozess dauert zwar etwas länger führt aber zum selben Ergebnis: nämlich den Körper mit Energie zu versorgen. Also ist die weit verbreitete Meinung, dass der Körper Zucker – und damit meinen wir jetzt den industriell gefertigten Haushaltszucker (Saccharose), der zur Hälfte aus isolierter Glucose und Fructose besteht, unbedingt braucht, um gut zu funktionieren, so nicht richtig. Denn unser Körper schafft es, wenn wir uns ausgewogen ernähren, die Energie die wir brauchen, selbst herzustellen.

Wichtig für das weitere Verständnis ist es auch zu wissen, was in unserem Körper passiert, wenn wir Zucker zu uns nehmen: Nach der Verdauung gelangt die Glucose, wie auch alle anderen Nährstoffe, ins Blut. Im Vergleich zu anderen Kohlenhydraten, die auch zu Glucose abgebaut werden, steigt der Glucosespiegel bei reinem Zucker sehr schnell an, weil sie nicht erst zerlegt werden müssen.

Sobald unser Blutzuckerspiegel ansteigt wird in unserer Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin gebildet. Insulin ist dafür verantwortlich die Glucose, vereinfacht gesagt, an alle möglichen Zellen in unserem Körper zu verteilen, die Energie benötigen oder sie in Form von Glycogen in Muskeln und Leber zu speichern. Normalerweise funktioniert dieser Prozess gut, kritisch wird es nur wenn wir zu viel Zucker mit der Nahrung zu uns nehmen. Und das macht der Durchschnittsbürger in der Regel. Unser Körper ist nämlich nicht für eine Ernährung in der Art und Weise wie wir sie heute erleben gebaut. Die Evolution hat eine solche Verarbeitung von Lebensmitteln nicht vorgesehen und unseren Körper nicht dafür gewappnet. Weil der Blutzuckerspiegel jetzt also, wie gesagt, so schnell ansteigt, wird auch sehr schnell, sehr viel Insulin produziert, das den Blutzucker wieder nach unten bringt. Wenn er nun auf die anderen Zellen verteilt ist, bleibt immer noch Insulin im Blut zurück, das bei uns dann den altbekannten Heißhunger auf Süßes auslöst. Denn wenn das Insulin schon mal im Blut ist, will es auch was zum arbeiten haben. Je mehr Zucker wir also essen, desto mehr Zucker wollen wir haben. Hinzu kommt noch, dass Zucker einen Serotonin – (Glückshormon) Austoß in unserem Gehirn bewirkt und uns auch auf diese Art und Weise abhängig macht. Das heißt der Körper braucht wieder mehr Zucker, um dieses Glücksgefühl zu empfinden. Ein Teufelskreis.

Die Lebensmittelindustrie hat darauf reagiert und in so ziemlich jedes Lebensmittel Zucker reingepackt, obwohl dies nicht nötig wäre. Und so essen wir, oft ohne es zu merken, riesige Mengen an Zucker. Die machen uns aber nicht satt, sondern lassen uns nach noch mehr Zucker verlangen, ohne ihn zu brauchen. Denn wenn die Muskel- und Leberspeicher schon voll sind, wird die überschüssige Energie nun in Form von Fettzellen gespeichert und bleibt uns als Fettpolster erhalten.

Fettleibigkeit bzw. Adipositas sind allerdings nicht die einzigen Krankheiten, die auf Zucker zurückzuführen sind. Ein ständig hoher bzw. oft schwankender Blutzuckerspiegel kann zu Diabetes Typ 2 führen (Zuckerkrankheit), bei der die Zellen aus Überforderung damit aufhören Insulin aufzunehmen. Ein hoher Zuckerkonsum führt noch zu vielen weiteren Erscheinungen, die einem aber erst bewusst werden wenn man einmal versucht auf Zucker zu verzichten.

Anfang Februar habe ich (Sabsi) mit meinem Freund die Challenge gestartet einen Monat lang keinen Industriezucker zu uns zu nehmen. Die erste Woche war hart, richtig hart. Es wird einem erst richtig bewusst wie sehr man den Zucker eigentlich braucht. Ich fühlte mich müde und antriebslos, war oft gereizt und litt unter Migräne. Dauernd schwirrten mir Süßigkeiten im Kopf herum und ich musste wirklich kämpfen, um nicht alles Süße in mich hineinzustopfen. Aber nach den ersten schwierigen Tagen wurde es wirklich besser. Ich hatte mehr Energie, war in der Früh schneller wach (und ich bin normal wirklich kein Morgenmensch) und mein Hautbild verbesserte sich. Den Februar hielten wir gut durch und waren uns am Ende des Monats einig, nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, sondern weiter zu versuchen auf Zucker zu verzichten.

Ich muss zugeben, dass ich es seitdem nicht zu 100% geschafft habe, allerdings bin ich wachsamer geworden und sowohl Kathi, als auch ich, versuchen sehr darauf zu achten was genau in den Dingen drin ist die wir zu uns nehmen! Natürlich ist jedem klar, dass Schokolade & Co. vor allem aus Zucker bestehen. Den versteckten Zucker zu finden, ist da schon eine größere Herausforderung. Wichtig ist aufmerksam zu bleiben und sich nicht von der Lebensmittelindustrie hinters Licht führen zu lassen. Man sollte wirklich immer die Inhaltstabelle beachten und sich nicht von Slogans wie „weniger Süß “ oder „weniger Kalorien“ beeindrucken lassen. Vertrauen ist in diesem Fall gut, Kontrolle ist besser 🙂 Eine der größten Zuckerfallen sind in unseren Augen süße Getränke! Man nimmt ohne es richtig mitzubekommen große Mengen an industriellen Zucker zu sich, der uns dann nur noch mehr Heißhunger auf süße Speißen verschafft.

Des Weiteren ist es allgemein einfach besser, so wenig Fertigprodukte wie möglich zu verwenden und so viel wie möglich selbst zu machen – denn nur dann weiß man ganz sicher was drin ist! In letzter Zeit haben wir sehr viele Rezepte ausprobiert und kreiert, um die Alternativen zum Zucker zu zeigen. Nach und nach werden wir euch einige dieser Rezepte vorstellen!

Stay Healthy 🙂

 

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