Fitnessmythen

Das Internet ist voll mit Fitnessbloggern, Fitness- und Food-Instagramaccounts und dementsprechend mit tausend von Mythen, die die breite Masse abkauft: „Person XY auf Instagram macht das auch so, also mach ich’s ihr nach ohne zu überlegen“.

Wir haben ein paar Mythen zusammengestellt, die uns die letzten Monate und Jahre besonders aufgefallen sind und versuchen diese zu klären.

  1. „Ich trainiere Cardio, um Fett zu brennen.“
    Schön, dass du „Cardio“, also Ausdauer trainierst. Das ist gut für deine körperliche Fitness, deine Fähigkeit resistent gegenüber physischer und psychischer Ermüdung zu sein und natürlich auch für deinen Fettstoffwechsel. Aber es gibt auch andere Methoden, um überschüssiges Körperfett loszuwerden: HIIT & Krafttraining z.B. Der Fettstoffwechsel ist nämlich an jeder körperlichen Bewegung beteiligt, an manchen mehr und an manchen weniger bzw. dann nach Abschluss des Trainings. Aber generell hat man einen höheren Energieverbrauch je mehr Muskulatur man hat: Krafttraining = mehr Muskeln = höherer Energieverbrauch = weniger Fett (mit der richtigen Ernährung). Bei den 20 Minuten auf dem Stepper im 120er Pulsbereich mit’m Handy in der Hand trainierst du weder „Cardio“ noch verbrennst du da viel Fett. Bring deinen Puls nach oben, komm ins Schwitzen und trainiere länger als 20 Minuten oder kürzer, dafür intensiver.
  2. „Wenn ich Beine trainiere, dann verliere ich genau dort Fett.“
    Schön wärs. Es ist genetisch festgelegt, an welcher Körperstelle wir als erstes Fett verbrennen. Bei manchen ist es der Bauch, bei anderen sind es die Beine. Das können wir leider nicht beeinflussen. Wenn man Beine trainiert, dann trainiert man die Muskeln in dieser Region. Das heißt, wenn einmal die Schicht des Unterhautfettgewebes geringer wird, dann kommen die Muskeln zum Vorschein (z.B. Sixpack, am besten sichtbar).
  3. „Ich esse fettreduzierte Nahrung, um abzunehmen.“
    Mit dem Hype um fettreduzierte Nahrung hat sich die Lebensmittelindustrie was Cleveres ausgedacht, um ihre Produkte, trotz geringerem Fettanteil, schmackhaft zu machen (Fett ist ein Geschmackverstärker): mehr Zucker statt Fett. Dabei ist Zucker der Grund für Übergewicht, nicht Fett. Fett ist eine super Energiequelle mit 9,1 kcal Energie pro Gramm. Prinzipiell sollte man den größeren Teil der Fette, die wir durch Nahrung aufnehmen aus pflanzliche Quellen beziehen, aber auch tierische, wie z.B. frischer Fisch, sind sehr gesund und wichtig für unseren Körper.
  4. „Ich esse ‚low carb‘ oder ’no carb‘, um Muskeln aufzubauen.“
    Low/no carb steht für eine reduzierte Kohlenhydrat- und einer sich daraus ergebenden oft  verhmehrten Proteinzufuhr. Ok. Stimmt schon, dass man hauptsächlich Eiweiß zum Muskelaufbau braucht, aber von Salat mit Putenstreifen ist noch kein Bizeps gewachsen.
    Muskeln bestehen aus Muskeleiweiß, daher brauchen sie Eiweiß/Protein, um zu wachsen. Wir können Eiweiß nicht speichern, also müssen wir es über die Nahrung aufnehmen, sonst bedient sich der Körper am wertvollen Muskeleiweiß.
    Aber: der Körper und unsere Muskeln brauchen Energie, um zu wachsen. Haben wir eine reduzierte Energie-/Kalorienaufnahmen, dann bedient sich der Körper ab einem gewissen Punkt (wenn die Fettdepots ausgeschöpft sind) an Muskeleiweiß, um funktionieren zu können.
    Kurz zusammengefasst: Willst du Fett verbrennen? Reduziere deine Kohlenhydrataufnahme. Willst du Muskel aufbauen? Dann iss Kohlenhydrate! Sie sind wichtig, dass das Eiweiß überhaupt in die Muskeln gelangt und dort angelagert wird. Selbstverständlich kommt es auf die Art von Kohlenhydraten an: weißes Mehl & Süßigkeiten sollte man ausschließen. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind gute Kohlenhydratquellen.
    Allgemein sagt man, dass der tägliche Bedarf bei 30% Eiweiß, 20% Fette, 50% Kohlenhydrate liegt.
  5. „Für den Sommer trainiere ich ganz viel Bauch, um am Strand eine gute Figur zu machen.“
    Schön. Aber hast du auch an die Antagonisten (Gegenspieler) gedacht? Zu jedem Muskel gehört ein anderer Muskel, der wichtig für das Zusammenspiel von Agonist und Antagonist wichtig ist. Trainierst du also die Bauchmuskulatur, dann vergiss nicht die Rückenmuskulatur. Das gleiche bei Bizeps – Trizeps, oder Oberschenkelvorder- und -rückseite. Sonst entstehen eventuell muskuläre Dysbalancen (ein Ungleichgewicht zwischen den Muskelgruppen) und damit einhergehend Fehlstellungen des Körpers und dadurch können Schmerzen entstehen.
  6. „Ich habe 25% Fett, mein Freund hat aber nur 15%, obwohl ich gar nicht dicker bin.“
    Da haben wir gleich zwei Mythen auf einmal.
    1. Frauen haben von Haus aus einen höheren Anteil von subkutanem (Unterhaut-) Fettgewebe.
    2. Den Fettanteil in Prozent anzugeben ist eigentlich Blödsinn. Es gibt keine Methode, die den Anteil zu 100% richtig bestimmen kann, dann müsste man den Körper auseinander nehmen. Es gibt spezielle Ausbildungen (Kathi hat z.B. die ISAK Level 1 Ausbildung gemacht), mit denen man die Methodik der Körperfaltenmessung lernt. Aber auch, wenn man das gut kann, besteht eine gewisse Fehlerquote. Außerdem ist das Ergebnis, also die Prozentzahl des Körperfetts, abhängig davon welche Formel man benutzt. Mit der einen Formel hat man 10% Fettanteil und mit der anderen 15%… tolles Ergebnis oder? Welchem glaubt man nun? Die Summe der Hautfalten (die man durch die korrekte Hautfaltenmessung erhält) und die waist-to-hip-ratio sind hingegen bessere Optionen zur Bestimmung der Körperzusammensetzung.

 

Falls euch noch mehr Fitnessmythen einfallen, die man klären sollte, dann lasst es uns wissen! Wir ergänzen die Liste gerne 🙂

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Fitnessmoti sagt:

    Cooler Beitrag! 🙂

    1. Healthholics sagt:

      Danke dir! 🙂

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