Kopf hoch #2

Achtung… wieder ein persönlicher Blogpost 😉

Wie ihr vielleicht in einem unserer letzten Posts gelesen habt, hatte ich (Kathi) letztens beim Laufen einen dieser „aha-Momente“, als ich an diesem simplen Bild vorbei bzw. drüber gelaufen bin. Als ich dann Zuhause war, habe ich mit meinen Mitbewohnern über das „Kopf hoch“ Bild geredet und wir fingen an verschiedenste Dinge reinzuinterpretieren (ganz intellektuelle WG). Ein Gedanke war, dass das „Kopf hoch“ auf unsere alltägliche Handysucht bezogen ist. Wir laufen tagtäglich durch die Stadt immer mit dem Blick ins Handy. Wir verpassen so vieles, so viele schöne Dinge und Momente, nur weil wir nonstop so fixiert darauf sind nichts im World Wide Web zu verpassen.

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Zugegeben, es geht halt auch nicht ohne. Allein Unisachen organisieren, Blogfotos über Instagram oder Facebook teilen (harte Arbeit 😉 ) oder sonstige organisatorischen Dinge via Whatsapp regeln. Das alles gehört nunmal zu unserem Alltag. Aber umso mehr, sollte man sich doch auch mal Auszeiten gönnen und ein paar Stunden mal „offline“ sein.

Über das Ganze habe ich die letzten Tage mit einigen Leuten geredet und selber immer wieder gesagt, dass ich sehr gerne weniger am Handy hängen würde. Zum Beispiel hat mir letztens erst ein Freund erzählt, wie er ohne Handy kurz mal eben einkaufen gegangen ist, sich an einem wunderschönen, sonnigen Nachmittag an den Stephansplatz gesetzt hat, und die Menschenmassen beobachtet hat, wie sie alle darauf fixiert sind das perfekte Selfie mit Wiens Wahrzeichen zu machen. Keiner von ihnen schaut diesen riesigen Dom auch nur ansatzweise länger als 10 Sekunden an, weil ja das Foto viel wichtiger ist. Sonst ist man ja quasi nicht dort gewesen. Jedenfalls erzählte er mir, wie er dort saß, die Leute beobachtete und sich dann den Stephansdom ansah, wie prächtig, monströs und beeindruckend dieses Bauwerk doch ist. Das war einer seiner „aha-Momente“ (ich weiß nicht wie ich es anders nennen soll). Aber ich denke mal, jeder kennt sie. Diese Momente, in denen du einfach überglücklich bist über dich, deine Situation und dein Leben. Wenn man einfach in der Sonne sitzt und das Leben so genießt, weil es gerade einfach schön ist und alles so passt wie es ist. Geile Momente, muss man mal sagen. Ich habe zum Beispiel auch meine „Spots“, wo ich extrem gerne bin, in die Ferne schaue, und eben einfach glücklich bin, weil alles so schön ist in diesem Moment (sorry für den Kitsch).

Wir haben uns dann eben darüber unterhalten, wie toll solche Augenblicke wären und dass man doch viel öfter handylos unterwegs sein sollte. Wir meinten beide wir werden das in Zukunft machen, um einfach mal nicht erreichbar zu sein. Für mich eine richtige Challenge, ich gebs zu! Beim Laufen genieße ich das auch enorm. Ich habe zwar so gut wie immer mein Handy dabei, schaue aber logischerweise kaum drauf, bzw. schalte es auf Flugmodus. Dann bin ich immerhin für diese eine Stunde für mich allein mit meinen Gedanken. Wir meinten dann beide, dass viele wohl Angst vor diesem „alleine mit unseren Gedanken sein“ haben. Wann ist man denn schon so richtig allein? Ständig passiert etwas um uns herum. Ständig schauen wir aufs Handy oder unternehmen andere Dinge, um nicht einfach so dazusitzen und sich Gedanken über uns selber zu machen. Okay, das ist auf Dauer auch fad. Aber ich glaube, jeder braucht hin und wieder diese Zeit für sich.

Jedenfalls habe ich eben die letzten Tage große Sprüche geklopft, dass ich das mal mache und siehe da: gesagt, getan! Es war Sonntag, der Tag nach meiner Geburtstagsfeier. Meine Mitbewohner und ich, doch ein wenig verkatert, das Wetter zwar nicht so berauschend, aber immerhin kein Regen. Dann stand ich am offenen Fenster mit dem Blick nach draußen und meinte zu meinem Mitbewohner: „Komm, lass mal rausgehen und spazieren gehen. Ich will mein Handy Zuhause lassen und einfach raus an die frische Luft.“ Der war sofort voll dafür und wir machten uns mit Kamera, statt Handy, auf den Weg zum Donaukanal. Dort spazierten wir den Kanal entlang, unterhielten uns über Gott und die Welt und genossen einfach diese Stille in unseren Jackentaschen. Kein Vibrieren, kein Klingeln, kein ständiges auf den Bildschirm schauen, ob denn nicht vielleicht jemand bestimmtes geschrieben hat. Wie herrlich das war, Wahnsinn. Irgendwie ja auch traurig, dass diese Erfahrung so prägend war. 😀 Zwar hatten wir beide heute keinen „aha-Moment“,  dafür aber einen „aha-Tag“.

In diesem Sinne beende ich den nächsten persönlichen Blogpost mit einem Appell an euch: traut euch einfach mal das Handy zuhause zu lassen. Als wir nämlich wieder daheim waren, haben wir original NICHTS Spannendes verpasst.

KOPF HOCH!

kathi (1 von 1)

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