Erster Halbmarathon

10. April 2016: Ich sitze in der U-Bahn und sehe wie sämtliche motivierte LäuferInnen einsteigen. Mein Gedanke: „die sind alle so verrückt, dass sie sich das antun!“.

23. April 2017: Ich sitze in der U-Bahn mit ein paar motivierten Läuferfreunden, sämtliche andere LäuferInnen steigen ein. Mein Gedanke: „Mist, jetzt gehöre ich selber zu den Verrückten. Okay, nur halb verrückt, ich laufe schließlich nur den Halbmarathon!“.

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Erstaunlicherweise bin ich immer einen Tag vor einem großen Event mega nervös, an dem Tag selber bin ich reeeelativ gelassen.

Auf dem Weg zum Start des Vienna City Marathons gingen mir dennoch tausend Gedanken durch den Kopf. Eigentlich schon die Tage davor. Die Klassikerfragen halt: Habe ich die richtige Kleidung an? Habe ich genug Energiebooster mit? Habe ich genug trainiert? Diese letzte Frage werden, glaube ich, viele gleich beantworten. Natürlich nicht! 😀 Einige Trainingseinheiten wurden verschoben oder sind aufgrund von Krankheit, kalten Temperaturen, fehlender Motivation oder sonstigen Ausreden ausgefallen. Was soll’s, jetzt kann man nichts mehr ändern.

Naja, nach langem Warten bewegt sich unser Startblock auch endlich nach vorne. Langsam geht mir doch die Pumpe: „Oha, jetzt geht’s los“. Und da laufen wir auch schon über die Zeitnehmung und ich versuche mich an den hundert anderen Läufern vorbei zu schlängeln. Vorgenommen habe ich mir die ersten Kilometer eher entspannt anzugehen, um warm zu werden. Gleichzeitig wusste ich, dass das nicht funktionieren wird. 😀 Meine Aufregung, Motivation und Freude auf das Gefühl danach hat mich ein bisschen zu schnell durch die ersten Kilometer getragen. Dafür war aber der Ausblick von der Reichsbrücke einfach ein Wahnsinn! Vorne sieht man nur die unzähligen Läufer, rechts und links den Ausblick über die Donau.

Bis Kilometer 11 ging es mir erstaunlich gut. Oh Wunder, da war erst die Hälfte rum. 😀 Meine Blicke auf meine Pulsuhr verrieten mir eine richtig gute Pace. Immer zwischen 5:20 und 5:35min/km. Da hatte ich auch einen ganz verrückten Gedanken: „Wenn es so gut geht, könnte ich ja nächstes Jahr doch den ganzen Marathon laufen“. Ich naives Mädchen!! Den Gedanken habe ich ein paar Kilometer später dann ganz schnell wieder verworfen, wird wohl eher nicht passieren. 😉

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Das ein oder andere Gel, der ein oder andere Bissen vom Energieriegel waren weg, da kam die 15km Marke. Und ab da kam das Tief. Ich habe sehnsüchtig auf die 17km gewartet, weil ich wusste, dass es ab da hauptsächlich bergab ging, die Mariahilferstraße hinunter Richtung Ring. Halleluja, die letzten 4km waren schlimm. Ich wusste ich schaffe es, aber ich wusste nicht, ob ich zeitlich noch was Gut machen kann von meinem Einbruch. Angekommen am Ring wollte ich einfach nur noch fertig sein. Ich habe mich riesig gefreut, aber gleichzeitig eben gehofft, dass es gleich vorbei wäre. Da standen dann Sabsi und ein paar weitere Freunde am Rand und feuerten mich an. Das gab mir gut Motivation und Ansporn schneller zu laufen… wenigstens für ein paar Meter.

Angekommen im Ziel. Überglücklich. Gänsehaut überkam mich: Ich habe meinen ersten Halbmarathon geschafft!!! 🙂 Die ersten langsamen Schritte… ich merkte wie steif meine Beine waren. Aua!

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Meine Zeit? 2:00:20! Leider 21 Sekunden zu langsam 😀 Ich habe mir vorgenommen den Halbmarathon erstens mal zu schaffen und zweitens unter 2h zu laufen. Diese blöden 21 Sekunden nerven zwar, aber dennoch bin ich überglücklich, stolz auf mich selber und ich freue mich einfach so sehr, es geschafft zu haben!

Feststeht, dass das definitiv nicht mein letzter Halbmarathon war, denn ich bin mir zu 100% sicher, dass da noch mehr drin ist und ich fix die 2h Marke knacken kann! 🙂

Meinen größten Respekt verdienen alle LäuferInnen, die den vollen Marathon laufen! Wahnsinn! Ich könnte mir nie vorstellen die doppelte Distanz zu laufen. Auch ein großes Lob geht an all die „Senioren“, die mitmachen. Wir waren in unserem Startblock mit Abstand die Jüngsten und ich hoffe stark, dass ich in 30+ Jahren auch noch so fit bin und einen Halbmarathon laufen kann. Und zu guter Letzt einen riesen Applaus an alle Zuschauer, die entlang der Strecke standen, geklatscht und angefeuert haben. Das gibt echt Motivation und man freut sich total über die Zurufe! 🙂

So. Genug meiner müden Gedanken. Ab jetzt wird der Fokus erstmal wieder auf das Schwimmen liegen… da stehen demnächst auch ein paar Wettkämpfe an.

Alles zum Thema Training, Laufbekleidung beim Wettkampf, Ernährung vor und während dem Halbmarathon uvm. kommt in einem extra Blogpost!

STAY TUNED 🙂

Kathi

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Isabella sagt:

    Liebe Kathi, Deine gesamte Familie ist übermäßig stolz auf Dich!!!!!

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