Warum ich schwimme

Anlässlich der Vienna International Longcourse Championships (zu Deutsch: Wiener Langbahnmeisterschaften) vergangenes Wochenende, dachte ich mir, dass ich mal ein paar Zeilen zu dem Thema verfasse, warum ich denn eigentlich schwimme.

Obwohl ich schon von Kind auf alle möglichen Sportarten betrieben habe (Judo, Eiskunstlauf, Ballett, Skifahren, uvm.), hat sich im Laufe der Zeit das Schwimmen einfach durchgesetzt und ist zu meiner „Hauptsportart“ geworden. Da in dem Ort, aus dem ich herkomme (Garmisch-Partenkirchen), der Schwimmsport nicht sehr gefördert wird und eher die Wintersportarten dominieren, fehlte mir damals aber einfach die Möglichkeit mich im Schwimmen weiterzuentwickeln. Dazu kamen dann andere Faktoren, wie Schule und fehlende Motivation, was dazu führte, dass ich mit ca. 15 oder 16 Jahren mit dem Leistungssport aufhörte.

Nachdem ich nach Wien gezogen bin und mir dann doch irgendwie das regelmäßige Training und das Wasser fehlte, suchte ich mir hier einen neuen Verein und schwimme seitdem beim SC Diana Wien. Dort habe ich bis zu neun Mal in der Woche die Möglichkeit ins Training zu gehen, ob Frühtraining oder nachmittags. Auch wenn das Frühtraining enorm früh ist (7 Uhr) und ich mir das früher nie vorstellen hätte können zu solch unchristlichen Zeiten Sport zu betreiben, passt mir die Uhrzeit mittlerweile doch ganz gut, da ich nachmittags meistens Uni habe.

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Wie die meisten, die unser Leben ein bisschen mitverfolgen, schon mitbekommen haben, betreibe ich eben auch andere Sportarten außer das Schwimmen, wie z.B. Laufen, Basketball, usw. Mir macht einfach so vieles Spaß, dass es mir schwer fällt sich auf eines zu konzentrieren, was für die Leistungen natürlich von Vorteil wäre. Aber ich verfolge eher die Methode „alles ein bisschen, aber nichts gescheit“, was mir und meinen Ergebnissen manchmal zum Verhängnis wird.

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Um es konkret zu formulieren: ich bin keine überragend schnelle Schwimmerin. Außenstehende finden einen immer enorm schnell und super gut usw., aber unter den guten Schwimmern, bin ich eher im Mittelfeld und glänze nicht mit meinen Leistungen. Aber das ist in Ordnung, ich kann damit leben. 🙂

Jetzt kommen wir auch zur Beantwortung der Frage warum ich schwimme. Meine größte Motivation und meine größte Freude ist einfach die Verbesserung meiner eigenen Leistung und meiner persönlichen Zeiten. Ich schwimme quasi immer mein eigenes Rennen und messe mich kaum mit anderen, sondern nur mit mir selber. Ich nehme mir Ziele vor und die möchte ich erreichen, alles andere ist mir egal. Dass ich bei keiner Weltmeisterschaft oder bei den Olympischen Spielen starten werde, ist einfach klar, den Traum habe ich schon aufgegeben. Am meisten liebe ich einfach dieses Wettkampf-Gefühl: die Aufregung und das Adrenalin vor jedem Start. Das Gefühl, wenn man ins Wasser springt und versucht alles aus sich rauszuholen. Der Moment, wenn man endlich, komplett erschöpft anschlägt und zur Anzeigetafel schaut… und man dort eventuell eine neue persönliche Bestzeit stehen sieht. Diese Freude ist unbeschreiblich und ich möchte sie nicht missen.

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Außerdem weiß ich, dass Schwimmen meinem Körper und meiner Psyche einfach gut tut. Die 2h während dem Training kann ich komplett abschalten und muss lediglich an das Bahnen Zählen und meine Startzeiten denken.

Leider bin ich noch nicht (oder nicht mehr) bereit meine ganze Woche im Becken zu verbringen, deswegen beschränkt sich mein Schwimmtraining auf 3 bis 4 mal die Woche. Das merkt man dann auch leider im Wettkampf, wenn hinten raus die Kraft fehlt. 😉 Aber ich werde nächste Saison wieder mehr den Fokus auf das Schwimmen legen. Denn ich habe zwei Lebensziele, die ich erreichen möchte: 100m Kraul unter 1 Minute und 50m Delfin unter 30 Sekunden zu schwimmen.

Bis dahin liegt noch seeehr, sehr viel Arbeit vor mir, aber nichts ist unmöglich und daran glaube ich ganz fest! 🙂

Kathi

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