Physiosportwoche Obertraun

Hoch leben die Gesundheitsberufe!

Beruflich soll man ja das machen, was einen am meisten begeistert und das ist für uns beide auf jeden Fall der Sport. Im Sportwissenschaftsstudium sind wir beide deshalb genau richtig, aber auch im Physiotherapiestudium von Sabsi wurde dieses Semester der Sport groß geschrieben. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Medizinische Trainingstherapie“ ging es deshalb mit dem gesamten Jahrgang für eine Woche ins Bundessportzentrum in Obertraun. Eine willkommene Abwechslung zum stressigen FH-Alltag und gerade recht für unseren NO STRESS JUNE. 😉

Die Woche stand unter dem Motto der Selbsterfahrung. An meine psychischen/mentalen Grenzen bringt mich das Physiotherapiestudium ja regelmäßig (ha-ha), nun sollten auch die körperlichen ausgetestet werden. Wir mussten an unsere Grenzen gehen, um nachvollziehen zu können, wie sich unsere Patienten später, bei wahrscheinlich viel niedrigeren Belastungen, fühlen werden.

Der erste Tag wurde direkt mit dem Erlernen von Laktatmessungen gestartet. Nach immer steigenden Laufintensitäten, die in einem 200m Sprint endeten, entnahmen wir uns gegenseitig Blutproben an den Ohrläppchen und analysierten die Werte. Mit Laktat ist das so eine Sache und man könnte eigentlich einen eigenen Blogpost darüber schreiben. Wichtig zu wissen ist, dass Laktat ein Stoffwechselprodukt der Energiebereitstellung ist, das produziert wird, wenn Kohlenhydrate verstoffwechselt werden. Gleichzeitig wird Laktat auch abgebaut und so wieder zur Energiegewinnung herangezogen. Solange der Auf- und Abbau von Laktat im Gleichgewicht gehalten wird, diesen Zustand nennt man Steady-State, kann unser Körper diese Leistung eine Zeit lang -aufrecht erhalten, ohne, dass die Blutlaktatkonzentration weiter ansteigt.  Die Dauer ist allerdings limitiert und bestimmt von der Menge an Kohlenhydraten, die einem zur Verfügung stehen. Nach der anaeroben Schwelle (Fachbegriff – genauer Blogpost folgt – aber bei jedem Menschen unterschiedlich) steigt die Blutlaktatkonzentration weiter an, bis die Muskulatur komplett übersäuert und man gezwungener Maßen langsamer wird. Durch Training kann man die Leistung an dieser besagten anaeroben Schwelle steigern und mit erneuten Laktattests überprüfen.

Darüber hinaus haben wir auch unsere maximale Herzfrequenz herausgefunden und danach mit der Karvonen-Formel unsere Trainingsbereiche für die Ausdauer berechnet.

Lauf-, Sprung- und Wurf-ABC waren auch Teil des Unterrichts. Damit sind verschiedene Übungen gemeint, die im Rahmen des Physiotherapiestudiums, beim Aufbau von REHA-Prozessen helfen sollen. Beginnend mit dem Gang-ABC, haben wir uns zum Lauf-ABC vorgearbeitet. Im Sprung-ABC, wurde der richtige REHA-Prozess mit steigenden Belastungsintensitäten von Sprungbelastungen beleuchtet und beim Wurf-ABC versucht den Wurf anhand seiner 5 Phasen (1.wind up 2.early cocking 3. late cocking 4. acceleration 5. follow through) so gelenkschonend wie möglich aufzubauen.

Das Highlight der Woche waren für mich die 8x400m Intervall-Läufe. Bei denen wir wirklich an unsere Grenzen gegangen sind. Nach weiteren Tests, wie z.B dem Cooper-Test (maximal zurück gelegte Laufstrecke in 12 Minuten) oder der Reha-Walking-Test (2km in einem bestimmten Herzfrequenzbereich gehen), haben wir beim Kneippen in der Traun oder bei Regenerationsläufen durch die Wälder Obertrauns entspannt.

Neben den sportlichen Aktivitäten stand natürlich auch das gemeinsame Essen und Feiern stark im Fokus von allen Studenten. Beerpong-Turniere und eine Nacht in der, für alle Physio-Studenten der FH CAMPUS WIEN legendären, Haifisch-Bar in Obertraun waren das nicht sportliche Highlight der Woche

Falls euch bestimmte Themen, die wir hier kurz angerissen haben, näher interessieren, hinterlasst uns gerne einen Kommentar. 🙂 Wir haben noch weitere vertiefende Blogposts zu den Themen geplant, zB. die nähere Beschreibung und Sinn eines LAUF-ABCs, das ja fast in jeder Sportart Teil des Aufwärmeprogramms ist.

STAY HEALTHY

 

 

 

 

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