MOBILITY (August)

Mittlerweile kennen die meisten das Spiel: neuer Monat, neue Challenge! Der 10.000 JULY ist echt gut „gelaufen“ (ha ha), denn wir haben beide, außer ein paar einzelne Tage, es geschafft täglich mehr als 10.000 Schritte zu gehen! Wir persönlich fanden die Challenge super, da wir wieder mehr auf unsere tägliche, „natürliche“ Alltagsaktivität geachtet haben. Die HEALTHHOLICS MONTHLY CHALLENGE 2017 geht nun in die achte Runde, denn den August widmen wir MOBILITY. Diesmal steht August in Klammern, da wir nicht nur diesen Monat darauf achten möchten, sondern Euch generell Mobility näher bringen möchten.

Über das World Wide Web und den Bodyweight Day in Wien sind wir auf Leon von Moving Monkey gestoßen, der quasi ein Profi auf dem Gebiet Mobilty und für uns eine echte Inspiration in diesem Bereich ist. Als angehender Physiotherapeut und Leistungssportler hat Leon sich zur Aufgabe gesetzt, Menschen das Konzept von Mobility und Movement Training näher zu bringen – wie man Beweglichkeit mit Kraft verbindet. Was sich für manche gegensätzlich anhört, ist der Schlüssel zu langfristiger und gesunder Performance im Sport und Alltag.

Anlässlich unseres Mobility August haben wir ein Skype Interview mit Leon geführt und ihn einige Fragen über sein Spezialgebiet gestellt! Viel Spaß beim Lesen 🙂

Erzähl uns doch was du bei Moving Monkey machst:

Bei Moving Monkey, dem Channel, geht es vor allem, natürlich um Beweglichkeit, aber in erster Linie geht es um Schmerzfreiheit. Viele rennen mit Rückenschmerzen rum oder Kopfschmerzen, die ausgelöst werden durch unsere „sitting culture“, die wir haben. Viel zu viele Leute sitzen einfach die meiste Zeit ihres Tages. Grundthema ist also Bewegung, Leute zu bewegen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mobility ist quasi das vehicle dazu, weil viele gerne ins Fitnessstudio gehen und Kraft „ballern“, aber der Gegenpart dazu einfach nicht bedient wird. Ich mache selber sehr, sehr viele Sportarten, die mit Kraft zu tun haben, aber habe selber einfach gemerkt, dass es besser funktioniert, wenn ich einfach beweglich bin und wenn ich da eine Grundlage habe von der aus ich gehen kann. Daher geht es bei Moving Monkey um Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit. So ist das Ganze aufgebaut und in Coachings, Workshops, Vorträgen und natürlich den Videos online vermittle ich das den Leuten.

Wann hast Du denn mit den Coachings begonnen, bzw. wie kam es dazu?

Ja, eigentlich schon relativ zum Anfang, weil ich gemerkt habe, dass die Youtube Videos ganz schön und gut sind, aber die Leute einen konkreten Anreiz brauchen. Denn, wenn der Schmerz nicht groß genug ist, machen sie nichts. Das ist so dieses typische Thema. Wie die Motivation einfach gesteigert werden kann, ist, wenn die Leute dafür bezahlen, weil freien Content gibt es bereits. Alles Wissen ist im Internet vorhanden, aber die Sache ist, wenn du mal einen bestimmten Betrag für einen Workshop oder ein Coaching bezahlst, dann machst du das auch und gehst dorthin. Nicht nur, dass das quasi mein Hauptverdienst ist als Student, sondern natürlich macht das mir als Trainer auch viel mehr Spaß, wenn ich die Erfolge sehe, die die Leute umsetzen. 

Cool! Und du hast eine Ausbildung in die Richtung gemacht?

Nein, also ich habe keinen Schein, der belegt, dass ich Mobility Coach bin. Jedoch über mein Studium Physiotherapie, die Workshops, die ich selber besucht habe und die Bücher, die ich gelesen habe, habe ich mir sehr viel Wissen angeeignet. Es gibt halt auch niemanden, der das anbietet „zertifizierter Mobility Coach“, dafür ist der Bereich noch zu jung.

Wann war der Punkt, an dem du gemerkt hast, dass Mobility Dich persönlich weiterbringt und Du deshalb das an die breite Masse bringen möchtest?

Ja, also Ido Portal war so der Startschuss für das Ganze. Da habe ich im November 2015 ein Seminar in München bei ihm besucht habe. Dort habe ich ganz viele verschiedene Erfahrungen gemacht und nach dem ersten von zwei Tagen hatte ich bereits so viele neue Eindrücke. Dadurch hat sich das Mindset und die Perspektive auf Training geändert. Prämisse des Ganzen ist, dass wir nicht isoliert unsere Muskeln trainieren, sondern unseren Körper, unseren Geist und alles was dazu gehört. Das ist viel mehr als Fitnesssstudio, Bankdrücken, Laufen gehen, dazu gehört noch viel, viel mehr. So hat das auch mit Mobility angefangen, denn das ist eine Sache, die sich differenziert hat von all den anderen Dingen, denn Ido hat immer gesagt, wenn du DAS können willst, ob Handstand, muscle up, front lever, whatever, dann musst erstmal deine „joint preparation“ machen. Ein tolles Zitat von ihm ist z.B. „there is no improper alignment there is only improper preparation“. Er sagt also, dass es keine falsche Bewegung gibt, nur falsche Vorbereitung. Das war dann etwas, wovon ich noch nie etwas gehört habe, habe es dann ausprobiert und mir gedacht „krass, das hat extreme Vorteile“.

Du sagst ja immer, dass Dehnen nicht gleich Mobility ist, kannst Du nochmal kurz zusammenfassen, was du damit meinst?

Genau, also wenn wir von Dehnen sprechen, dann sprechen wir nur von passiver Beweglichkeit und das ist weder im Sport noch im Alltag sinnvoll, weil wir immer eine Kraftkomponente haben. Immer wirkt eine Kraft auf uns ein, sei es die Schwerkraft. Deshalb brauchen wir auch Kraft in hohem Bewegungsausmaß, was auch die Definition von Mobility ist. Das extreme Beispiel ist, dass ich einen Spagat kann und dann aber aus dem Spagat auch wieder aufstehe. Ein etwas alltagstauglicheres Beispiel wäre, wenn jemand über eine Bordsteinkante stolpert und sich den Fuß verdreht, dass dieser nicht direkt überdehnt ist und die Bänder so einen Unfall aushalten, weil man vorbereitet ist auf so eine Situation. Und Dehnen bringt da einfach nichts.

Wie viel Mobility baust du in deine Trainings ein, ist es immer dabei?

Also beim Training auf jeden Fall. Aber da geht es nicht um die eine Stunde Training, sondern um die restlichen 23h des Tages. Weil morgens der Tag schon damit startet, dass Dein Körper sich bewegen muss und wir 8h gelegen haben. 

Du hast eine Morgenroutine habe ich letztens gesehen?

Ja genau, die Morgenroutine ist wichtig, das ist auch das Erste, was ich mit meinen Kunden mache. Dann mache ich immer etwas vor dem Training und abends nochmal. Also ich mache schon extrem viel, das muss man natürlich nicht, aber wenn man schonmal gut in den Tag startet, dann ist es ein super Anfang.

Wie oft trainierst du denn in der Woche?

Schon so sieben bis acht Mal.

Was würdest du einem durchschnittlich sportlichen Menschen raten, wie oft man Mobility machen sollte in der Woche, abgesehen von der morgendlichen Routine?

Ja, also es gibt einen Unterschied zwischen Mobilisieren und Mobilitytraining. Das Mobilisieren sollte man täglich machen, every damn day. Es ist wie Zähne putzen, Zähne putzen für deine Gelenke. Keiner in unserer zivilisierten Gesellschaft verzichtet schließlich aufs tägliche Zähne putzen. 😉 Und Mobilitytraining, das wirklich auf die Verbesserung der Range of Motion (ROM) abzielt, hängt halt vom Training und vom Muskelkater ab, aber alle drei Tage oder öfter wäre schon angebracht. Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen drei Mal die Woche an meiner Mobility zu arbeiten, aber das hängt natürlich ganz vom Leistungslevel ab. Zu Beginn wären zwei Mal pro Woche ein guter Einstieg. 

Trainierst du dann in einer Einheit immer spezielle Bereiche deines Körpers oder immer alles auf einmal?

Ich habe mich mittlerweile auf meine Schwachstellen spezialisiert, an denen ich arbeite. An den Stärken, die man dann über die Zeit aufbaut, muss man dann immer weniger üben, das ist das Interessante. Wie zum Beispiel bei mir die Bridge, die ist schon pervers krass bei mir. 😀 


Hiermit ein grooooßes Danke an Dich, Leon, dass Du Dir Zeit genommen hast mit uns das Interview zu machen und uns über das Thema „Mobility“ bisschen aufgeklärt hast!

Falls Ihr mehr Infos und Inputs zu Mobility haben möchtet, dann schaut auf jeden Fall auf Leons Youtube Kanal vorbei, dort kommen regelmäßig neue Videos zum Thema online!

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Sabsi und ich werden also speziell im August (und hoffentlich auch danach) einige Mobiliytrainings und Mobilisationsübungen in unsere wöchentliche Routine einbauen. Das Ganze könnt ihr primär bei uns auf Instagram mitverfolgen (healthholics_com), wo wir sowohl in der Story, als auch im Feed die ein oder andere Übung vorstellen werden. Wir freuen uns wie immer, wenn Ihr mitmacht und uns Fotos oder Videos schickt! 😉

Bis dahin,

STAY HEALTHY 🙂

 

 

 

 

 

 

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