Fitnessmythen #2

Da unser Beitrag Fitnessmythen so viel positives Feedback erhalten hat und uns noch einige Ideen bzw. weitere Mythen gesteckt wurden, entschieden wir uns einen zweiten Teil dieses Posts zu schreiben.

Fitnessmythen Teil 2:

  • „Bei der Kniebeuge dürfen die Knie nicht über die Zehen hinausragen.“
    • Fast jeder Trainingsanfänger hat diese Aussage schon mal gehört. Diese Ausführungsmethode einer Kniebeuge ist zwar eine Möglichkeit sollte aber nicht jedem Trainingsanfänger so eingetrichtert werden! Im Alltag sind wir dauernd mit Bewegungsabläufen konfrontiert bei denen unsere Knie gezwungener Maßen über die Zehen hinauskommen. Bei jedem Treppengehen, sich bücken, oder bei jedem auf und nieder setzen passiert das. Deshalb sollten wir, solange wir keine bestehenden Problematiken bzw. Pathologien in unseren Knien haben, diese Art der Kniebeuge sehr wohl trainieren und üben, um uns auf solche Belastungen im Alltag optimal vorzubereiten.
    • kniebeugen5
    • Beim oberen Bild sind links die Knie über den Zehen, wobei beim rechten Bild sie durch eine Holzpatte blockiert werden. Wie man sieht muss man sich bei B mit dem Oberkörper und dem Schwerpunkt weiter nach vorne lehnen und das Gesäß weiter nach hinten drücken, um die Last zu bewältigen. Die ist eine größere Belastung für die Wirbelsäule und die Bandscheiben.
  • „Je tiefer die Kniebeuge desto besser“ 
    • Diese Aussage ist falsch. Bei einer Kniebeuge sollte nur so tief hinunter gegangen werden, solange die Form stimmt. Mit der richtigen Form ist bei der Kniebeuge vor allem das Einhalten der lumbosacralen Verankerung gemeint. Damit ist die Aufrechterhaltung der Spannung zwischen Lendenwirbelsäule und dem Kreuzbein (lat. Sacrum) während der Bewegungsausführung gemeint. Wenn diese nämlich nicht aufrechterhalten bleibt, bringt einem die tiefste Kniebeuge nichts. Man schadet sich nämlich mehr damit, als dass man von der Übung profitieren würde. Rückenschmerzen und andere Verletzungen können die Folge sein. Deshalb sollte man Kniebeugen nur so weit machen, wie die lumbosacrale Verankerung gehalten werden kann (Wegkippen des unteren Rückens) und diese auch in anderen Positionen und Übungen die Stabilität im Rumpfbereich trainieren und aufbauen.
  • Der BMI, Body-Maß-Index
    • Für das Deuten von Untergewicht mag der BMI eine gute Sache sein, aber für trainierte Leute ist die Anwendung, der von der WHO gefertigten Einordnung, meist Schwachsinn. Beim BMI wird das Körpergewicht eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße gesetzt. (Gewicht (kg) / Größe (cm) ^2) Hier kommt es zum Problem: Muskeln sind schwerer als Fett und so kommt es, dass Hochtrainierte schnell in den „adipösen Bereich“ kommen, also laut Norm einen zu hohen BMI haben, jedoch keineswegs adipös, also fettleibig, sind.
  • „Wer viel schwitzt, ist schlecht trainiert.“
    • Dann wären wir zwei seeeehr schlecht trainiert. 😛 Schwitzen ist gesund! Genaues könnt ihr in unserem Blogpost nachlesen! Aber hier die Kurzfassung: Wer schnell oder viel schwitzt beim Sport, hat eine gute Wärmeregulation des Körpers. Denn dieser reagiert schnell auf Belastung und versucht die Körpertemperatur wieder runterzubringen, indem er Schweiß absondert.
  • „Erst ab 30min Ausdauer-Training setzt die Fettverbrennung ein.“
    • Die Fettverbrennung ist bei jeder körperlichen Betätigung beansprucht. Mal mehr, mal weniger. Der Anteil der Fettverbrennung ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie. z.B. Trainingsstatus, Belastungsintensität, Körperzusammensetzung und auch vom Geschlecht. Es ist aber NIE isoliert nur die Fett- oder nur die Kohlenhydratverbrennung „aktiv“ und schon gar nicht kann man eine 30-min Regel für alle Menschen festlegen. Man verbrennt und verliert Fett, unabhängig von der Art des Trainings (egal ob Ausdauer, HIIT oder Krafttraining), wenn am Ende des Tages die Energiebilanz stimmt. Das ist machbar mit der richtigen Ernährung, Disziplin und dem nötigen Durchhaltevermögen.

 

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