Gesundheitliche Vorteile von Krafttraining

Der Titel verrät eigentlich schon recht gut worum es in diesem Blogpost geht: die gesundheitlichen Vorteile von Krafttraining. In einem der nächsten Blogposts werden wir speziell auch auf das Krafttraining im Kindesalter eingehen und klären die ein oder anderen Mythen auf. Viel Spaß beim Lesen!

Gesundheitliche Vorteile von Krafttraining:

  • Prävention von Osteoporose:
    • Studien belegen, dass die Knochenstruktur (insbesondere die Knochendichte) durch Krafttraining verbessert wird, da durch die hohe Druckbelastung ein positiver Effekt auf die knochenbildende Aktivität entsteht. Die Intensität scheint hierbei ein wichtiger Faktor zu sein. Auch andere „high impact“ Belastungen (Springen) bzw. Sportarten (Basketball, Volleyball) weisen diesen Effekt auf.
    • Egal in welchem Alter man mit dem Krafttraining beginnt: man kann jederzeit Osteoporose entgegenwirken!
  • Neuronale Anpassungen: es kommt zu einer höheren neuronalen Aktivität nach einer Trainingsintervention mit Krafttraining! Dies kann vor allem in höherem Alter auch positive Auswirkungen auf das Alltagsleben haben. Zu Beginn eines Krafttrainings kann der Kraftzuwachs auch durch die verbesserte neuronale Ansteuerung des Muskels erklärt werden. Dieser Effekt nimmt jedoch mit zunehmender Trainingserfahrung ab.
  • Präventives Krafttraining:
    • es kommt zu einer besseren Stabilisierung der Gelenke, wodurch Verletzung vorgebeugt werden können. Ein Beispiel wären Sportarten wie Skifahren, bei denen es schnell durch den Verlust der Kontrolle (andere Skifahrer/innen, unebener Untergrund) zum Sturz kommen kann. Muskulär stabilere Gelenke können schwerwiegende Verletzungen vorbeugen.
    • Aufheben von muskulären Dysbalancen/Haltungsschäden
    • Rückenschmerzen können durch Krafttraining verhindert oder gelindert werden
  • Verbesserung der passiven Strukturen: nicht nur die Knochenstruktur verbessert sich durch Krafttraining, auch Sehnen, Bänder und Knorpel verbessern sich (Dicke des Gewebes), die einen hohen Anteil in der Verletzungsprophylaxe haben.
  • Vorbeugen von Krankheiten: Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hoher Blutdruck können durch Krafttraining (gemeinsam mit anderen Interventionen, wie z.B. Ernährungsumstellung) vorgebeugt werden.
  • Leistungsfähigkeit: ein höheres Kraftniveau bringt mehr Leistung. Dies ist zwar kein direkter gesundheitlicher Vorteil, sollte aber ebenfalls angeführt werden. Egal ob Laufen, Springen oder Schwimmen, v.a. Disziplinen mit hohen Schnellkraft Komponenten (Sprint, Wurf, Sprung) profitieren enorm von einem höheren Maximalkraftniveau und dementsprechend dem Krafttraining allgemein. Durch die bessere intramuskuläre Koordination können mehr Muskelfasern angesteuert werden (höhere Kraftentfaltung, man schöpft sein muskuläres Potential besser aus), es sind außerdem höhere Frequenzen möglich ohne den Zyklusweg verkürzen zu müssen (z.B. Schwimmen) und des Weiteren wird die Bewegung ökonomisiert, da nicht das volle Kraftpotential von Beginn an ausgeschöpft wird und somit zum Schluss hin mehr „Reserven“ übrig sind.
  • Alltagssituationen: Egal in welchem Alter, gibt es Alltagssituationen, die durch die bereits angeführten Anpassungen (aktiver und passiver Bewegungsapparat), besser gemeistert werden können: bessere Sturzprophylaxe, geringere Anstrengung bei Belastungen wie z.B. Einkäufe tragen oder Treppen steigen. Die Beispiele mögen für einige banal klingen, aber es gibt Zielgruppen, die Probleme haben mit derartigen Alltagssituationen umzugehen.
  • Außerdem fördert Krafttraining natürlich den täglichen Energieumsatz. Wer also abnehmen möchte, sollte auf Krafttraining nicht verzichten.
  • Auch auf die Psyche hat Krafttraining eine enorm positive Wirkung. Während dem Sport allgemein werden Endorphine ausgeschüttet, die die Laune verbessern und somit gegen Depression wirken. Auch die Ablenkung vom Alltag und die bereits erwähnte hohe neuronale Aktivität wirken positiv bei Depression. Dies kann dadurch erklärt werden, dass während dem Sport ein großes Hirnareal beansprucht werden muss. Die Kapazitäten im Gehirn sind jedoch begrenzt, sodass andere Areale (wie der präfontale Cortex) weniger angesteuert werden können.

    Es kommt zur Verschiebungen von neuronalen Ressourcen zu den sensorischen, motorischen und autonomen Hirnarealen während der körperlichen Aktivität. Strukturen, die keine wesentliche Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Bewegung haben, werden also herunterreguliert, was einen positiven Einfluss auf die Stimmung hat.
    Auch andere physiologische und psychologische Wirkungen erklären den positiven Effekt von Bewegung auf das allgemeine Wohlbefinden, auf die wir in diesem Blogpost aber nicht näher eingehen werden.

Wenn ihr nun also Blut geleckt habt, schaut doch mal unserem HOW TO: Kniebeuge Blogpost vorbei, in dem wir einige grundlegende Aspekte der Kniebeuge erläutern. Weitere „how to“ Blogposts folgen in Kürze! 🙂

STAY STRONG

Eure Healthholics

 


References:

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Isabella Zebura sagt:

    Super Beitrag! Ich habe Euch vermisst….. Danke, Isa

    Gefällt 1 Person

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