Krafttraining – Mythen

Wir haben in unserem letzten Blogpost bereits über die gesundheitlichen Vorteile von Krafttraining geschrieben. Da das Thema sehr umfangreich ist, kann man diesbezüglich auch enorm viel schreiben und auch sehr viele Mythen in die Welt setzen. Wir haben uns mit einigen mal auseinander gesetzt. Speziell in Bezug auf Kinder, Frauen und ältere Personen gibt es einige Unwahrheiten, was das Krafttraining betrifft.

Spezieller Bezug auf Kinder:

Wenn man die Begriffe „Krafttraining“ und „Kinder“ in einem Satz findet, stößt man häufig auf Entsetzen. „Das ist gefährlich und ungesund für Kinder.“ Dass dies völliger Unsinn ist, wissen leider die Wenigsten. Wir haben hier mal einige Vorteile und Richtlinien für das Krafttraining mit Kindern zusammengefasst:

  • Bereits in jungem Alter kann man Osteoporose vorbeugen, denn „high impact“ Belastungen sind wichtig für das physiologische Knochenwachstum (Sprünge, aber auch Turnübungen wie Handstandüberschlag, etc.).
  • Neuronale Anpassungen: es kommt zu einer höheren neuronalen Aktivität nach einer Trainingsintervention mit Krafttraining, was die Voraussetzung für motorisches Lernen ist!
  • Man sagt, dass Kinder hormonell bedingt keinen Kraftzuwachs erlangen können. Studien, in denen Kinder in wenigen Wochen eine Kraftsteigerung zwischen 13 und 40% aufweisen, beweisen das Gegenteil. Vieles kann auch durch die neuromuskulären Anpassungen erklärt werden.
  • am wichtigsten ist die Schulung der Technik! Mit falscher Technik sollten (egal in welchem Alter) keine Krafttrainingsübungen ausgeführt werden. Bei falscher Technik sollte die Übung abgebrochen werden.
  • mehrgelenkige Übungen sollten bevorzugt werden.
  • es sollte sich um ein moderates Hypertrophietraining handeln, das bei Veränderung der Technik unter- oder abgebrochen werden sollte.
  • es sollte zu keiner völligen Ausbelastung kommen, daher ist auch Kraftausdauertraining nicht zu empfehlen!
  • bei einem mehrjährigen, planmäßigem Krafttraining ist zunächst das Belastungsvolumen und dann die Belastungsintensität zu steigern

Weitere Mythen:

  • Frauen werden durch Krafttraining zu enormen Muskelpaketen wie einige Männer: totaler Blödsinn! Rein hormonell geht es nicht, dass Frauen in der gleichen Zeit so viel Muskulatur aufbauen wie Männer, da sie mit Beginn der Pubertät schon ca. um das 15-fache weniger an Testosteron produzieren (einer von vielen Gründen). Es dauert Jahre und bedarf an sehr strukturiertem und intensivem Training, damit Frauen so viel an Muskelmasse aufbauen wie z.B. einige Bodybuilderinnen. Das geht nicht von heute auf morgen. 🙂
  • Krafttraining ist nichts für Kinder: FALSCH! Die Erklärung steht oben. 🙂
  • Krafttraining ist nichts für Ältere: FALSCH! Auch in höherem Alter kann man durch Krafttraining sehr positive Effekte erreichen. Auch Osteoporose kann man verhindern oder zumindest reduzieren. Die Erklärung für positive Effekte und die „Regeln“ zur Durchführung sind sehr ähnlich wie bei Kindern bzw. gelten diese im Prinzip für jede Altersgruppe (neuronale Aktivität, motorisches Lernen, Anpassung der passiven Bewegungsstrukturen, Belastungsvolumen vor -intensität steigern, Technik steht immer im Vordergrund, etc.). Auch bei Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt sich Krafttraining positiv auf die Gesundheit aus! Nach einer Konsultation mit dem behandelnden Arzt sollte dem Training mit Gewichten nichts im Weg stehen.
  • mit Krafttraining kann man nicht abnehmen: FALSCH! Dies haben wir bereits in einem älteren Blogpost erläutert!

 

Wir hoffen, wir konnten Euch wieder über einige Unwahrheiten aufklären! 🙂 Falls ihr noch weitere Mythen habt, die wir einfügen können, immer her damit!

Bis dahin,

schöne Weihnachten und alles Liebe.

HEALTHHOLICS


References:

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